68FL:OZ – DREI

VÖ: 03.04.2020

Label: Fluid Ounces Promotion

Genre: Crossover / Streetcore / Nu Metal

Am 03.04.2020 erscheint das dritte Album „DREI“ von 68FL:OZ. Nachdem erst aus Krankheitsgründen die geplante Release gecanceled wurde und die Band eine „Zwangspause“ einlegen musste, starteten die Lippaz Anfang 2019 einen neuen Versuch das Album aufzunehmen. Aber da ja bekanntlich aller guten Dinge „DREI“ sind, wurde der Versuch das Album zu releasen durch einen Besetzungswechsel ein weiteres mal ad acta gelegt. Durch den Besetzungswechsel, änderte sich auch der musikalische Stil und somit wurde das Album zum dritten Mal aufgenommen.

68FL:OZ ist eine in 2012 gegründete deutschsprachige Crossover-Streetcore Band aus Lemgo in NRW. Die Lippaz, wie sie sich selber auch nennen, setzen sich nach der Neuformierung wie folgt zusammen:

Terry (Vocals)

Bob (Bass und Shouts)

Pedda (Gitarre und ebenfalls Shouts)

André (Gitarre)

Chi (Drums)

Kommen wir nun zum wichtigsten Teil dieser Review, dem Album „DREI“. Die Scheibe umfasst 12 Titel (inkl. Intro & Outro).

Tracklist:

01. Intro
02. Drei
03. Im falschen Film
04. Ich vs Welt
05. FCK das System GmbH
06. Gott hasst uns alle
07. Lippaz XX
08. Ad Absurdum
09. Chaos
10. König ohne Thron
11. Was Besonderes
12. Outro

Das „Intro“ beginnt bedrückend und gleichzeitig wirkt es bedrohlich. Man kann ein provokantes und bissiges Lachen hören, welches von einer Art „Sirenen-Gesang“ abgelöst wird. Doch zieht das Album „DREI“ wirklich so in seinen Bann und hat eine hypnotisierende Wirkung?

„Hier sind wir Fünf wieder! Uns fickst du nicht, mein Lieber!
Die Fünf mit dem dritten Streich, die Quittung bekommst du gleich!
Eine Revolution. Macht eure Köpfe frei!
Eine Meuterei, … Eins-Zwei-Drei!
Hier sind wir Fünf wieder! Uns fickst du nicht, mein Lieber!
Die Fünf mit dem dritten Streich, die Quittung bekommst du gleich!
Eine Revolution. Macht eure Herzen frei!
Eine Meuterei… Eins-Zwei-Drei!“

Der Song „DREI“ wurde bereits als dritte Singleauskopplung veröffentlicht und außerdem zum kostenlosen Download seitens der Band angeboten. Inhaltlich melden sich 68Fl:oz mit dem Titel zurück und das genauso aggressiv und kraftvoll, wie man es von ihnen kennt.
Hier gelangt Ihr zu dem Musikvideo:

„Was wir haben das ist nicht viel! Willkommen im falschen Film!
Wir hoffen, dass es euch gefällt! Willkommen in unserer Welt!
Hier macht wirklich gar nichts Sinn! Willkommen im falschen Film!
Wir hoffen, das es euch gefällt! Willkommen in unserer Welt!“

„Im falschen Film“ hat mich musikalisch nicht wirklich umgehauen. Inhaltlich geht es in dem Stück um Situationen, über die man einfach nur staunen kann und die einem das Wort verschlagen. Situationen wo man sich an den Kopf packt und sich selbst fragt ob man nicht „Im falschen Film“ ist.

Ich gegen die Welt, die Welt gegen mich!
Ich fürchte nichts, denn die Welt fürchtet mich!
Ich gegen die Welt, die Welt gegen mich!
Ich fürchte nichts, denn die Welt fürchtet mich!“

„Ich vs Welt“ trägt die Botschaft, dass man sich nicht mit allem abfinden sollte, auch wenn man dann nicht mehr den Idealen anderer entspricht. Wenn man mit Überzeugung hinter etwas steht, dann sollte man nicht aufgeben und dafür kämpfen. Musikalisch hat der Song eine eindringliche Wirkung, was durch die Shouts noch besser zur Geltung kommt.

Hier kommen wir! Und bringen das Chaos!
Hier kommt die… Fick das System GmbH!

Alle Ampeln auf Rot, ich hör die Sirenen!
Entlarvt sie alle, zerstört das System!
Will keine Ausreden mehr hören, denn jetzt sehe ich klar,
Hier kommt die FCK das System GmbH!“

„FCK Das System GmbH“ ist die erste Singleauskopplung des Albums. Der Titel verrät auch schon worum es in diesem Stück geht. Hier nehmen sich 68Fl:oz die Missstände unserer Gesellschaft vor und prangern sie an. Aber verschafft Euch doch selber ein Bild 😉

Mit Dynamit und frommen Sprüchen,
Zerbomben wir uns den Verstand!
Keine Angst, es ist eine Falle!
Gott hasst uns alle!“

Gott hasst uns alle“ beginnt mit einem kurzen Gitarren-Intro. Musikalisch baut sich der Song nach und nach auf. Erst setzt das Schlagzeug mit ein, bevor auch der Bass erklingt. Gesanglich gleicht der Titel einem Zwiegespräch. Terrys Sprechgesang wird durch die Shouts beantwortet. Hin und wieder bekommt man den Eindruck, die Stimme würde sich überschlagen, aufgrund des Textes. Inhaltlich geht es darum, dass die Menschheit nur noch egoistisch ist und kaum noch Zusammenhalt herrscht. Man redet aneinander vorbei, anstatt gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Ein bisschen Punk, ein wenig Metal,
Wir klingen nicht so, wie du uns gerne hättest!
Jetzt ist Schluss mit lustig, alles ist klar,
Vorhang auf, denn die Lipper die sind da!“

In „Lippaz XX“ stellen sich 68Fl:oz selbst vor. Nimmt man das Lied mal ein wenig genauer unter die Lupe, kann man aber auch noch eine Message heraus kristallisieren. Wir sind, wer wir sind, und dafür braucht sich niemand schämen oder sich etwas darauf einbilden, ganz gleich welcher Herkunft oder Hautfarbe man ist. Musikalisch vereinen sich in diesem Song die verschiedenen Einflüsse aus Crossover, Streetcore und Metal.

Wir planieren alles und sind nicht zu stoppen! Nicht zu stoppen!
Wir werden bis zum Ende weiter rocken. Nicht zu stoppen!
Wir leben Streetcore und werden auch immer besser. Immer besser!
Hoch die Tassen und leert endlich alle Fässer!“

Ad Absurdum“ ist ein Song, der sich an die Hörer richtet. Jeder hat einen anderen Musikgeschmack und nicht jeder kann mit den Songs von 68Fl:oz etwas anfangen. Das ist auch vollkommen in Ordnung, denn man kann nicht alles mögen. Aber man sollte eine gewisse Toleranz an den Tag legen und die Musik der Bands deshalb nicht gleich verurteilen.

Chaos tobt hinter meiner Stirn,
Ich habe nichts mehr zu verlieren!
Das Chaos reißt mich in den Abgrund,
Mein Verstand der läuft nicht mehr rund!“

Chaos tobt hinter meiner Stirn,
Ich habe nichts mehr zu verlieren!
Das Chaos reißt mich in den Abgrund,
Mein Verstand der läuft nicht mehr rund!“

Der König ohne Thron, nur noch ein Schatten
Ein Käpten ohne Schiff, der Herr der Ratten!
Dein Name vergessen, niemand vermisst dich!
König ohne Thron, eine Nacht ohne Licht!“

König ohne Thron“ ist mein persönliches Highlight auf dieser Scheibe. Der Refrain hat mich ein wenig an ein Seemannslied erinnert. In dem Titel geht es darum, wie oft man Märchen aufgetischt bekommt, gerade auch von Menschen, wo man dies nie gedacht hätte. Erst wenn man anfängt es zu hinterfragen, sieht man wie wenig Wahrheit doch an all dem dran ist.

Was Besonderes! – Wir gegen den Rest der Welt!
Was Besonderes! – Drei geliefert wie bestellt!
Wir sind: Was Besonderes!
Ihr seid: Was Besonderes!“

In „Was Besonderes“ nehmen sich 68Fl:oz ein wenig selbst aufs Korn und zeitgleich geht die Message an alle Fans und zukünftigen Fans raus, dass jeder etwas besonderes ist. Und genau das macht 68Fl:oz zu etwas besonderem. Der Song geht ins Mark und hat Ohrwurm-Qualität.

Im „Outro“ wurden verschiedene Klänge und Melodien wahrlos zusammengewürfelt und es klingt nicht wirklich rund. Von dumpfen, Sonar ähnlichen Klängen über schrille Bässe, Klavierspiel und Glockenschlägen ist hier alles zu hören.

Fazit:

Musikalisch fehlt mir persönlich ein wenig Abwechslung in den einzelnen Stücken und auch der neue Stil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die betörende Wirkung, wie ich sie im Intro beschrieben hatte, bleibt ein wenig aus. Was nicht heißen soll, dass es schlecht ist 😉 Inhaltlich wird mit den Texten gespielt und nur wenn man sich die Zeilen richtig durch den Kopf gehen lässt, findet man auch die versteckten Botschaften. Wer auf die härteren Klänge steht, macht mit diesem Album nichts verkehrt.

3.5/5
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